Welche Rolle spielen Publisher im AppStore ?
Viele große Publisher wie beispielsweise EA breiten sich langsam aber sicher in den App-, Android- und Windows7 Stores dieser Welt aus und es stellt sich zwei spannende Fragen: Können diese Firmen auf diesen Devices genauso gut Fuß fassen wie auf den “klassischen Plattformen”? Und welche Chancen haben unabhänige “Indie Entwicklerstudios” ohne Millionenbudget?
Einige prominente Namen aus der Branche diskutierten über diesen Punkt am Donnerstag in London. Olivier Bernard (Manager Glu Mobile), Peter Bacgar (Kaufmännischer Leiter bei der Deutschen Telekom UK), Greg Robinson (COO Connect2Media) und Nicholas Lovell (Gründer von GamesBrief) sprachen über die Notwendigkeit von Publishern im App Store und darüber, ob einzelne Entwickler auf eigene Faust nicht mindestens genau so erfolgreich sein könnnen.
“Meiner Ansicht nach brauchen Sie keinen Publisher” sagte GamesBrief Gründer Lovell und fügte hinzu, dass “die Publishingmechanismen dafür noch überarbeitet werden müssten” damit diese auch für den Mobile Entwickler attraktiv werden.
GluMobile Manager Olivier Bernard ergänzt in dem Zusammenhang : “Wenn Sie selbst veröffentlichen möchten, würde ich auf Free Apps mit In-App-Purchases setzen.”
In einem Artikel vom Oktober letzten Jahres prophezeite er, dass solche Freemium Modelle die Zukunft für den App Store und deren Entwickler darstellen. Sie erlauben, Verbraucher an Bord zu holen um diese mit zusätzlichen In-App-Käufen zu locken wie beispielsweise dem Entfernen von Werbung oder um zusätzliche Elemente im Spiel freizuschalten. Diese Vertriebsform wird immer beliebter, da es dem Verbraucher erlaubt das Spiel intensiv zu testen bevor er sich dafür entscheidet, weiteres Geld zu investieren.
Robison stellte außerdem fest, dass es mehrere hundert Entwickler gibt, die ein Spiel fertig gestellt haben und kein weiteres mehr auf den Martk bringen weil es sich wenig oder gar nicht verkauft hat. Anfang dieses Monats reichte der 14-jährige Entwickler Robert Nays ‘Bubble Ball‘ ein und schoss auf die Nummer eins in den App Stores. Er verdrängte damit den Dauerbrenner Angry Birds. Was war der Auslöser? Sicherlich kein großes Werbebudget. Allerdings muss man sich gleichzeitig die Frage stellen: Wie viele Fünf-Sterne-Games gibt es da draußen, von denen die Consumer nichts wissen?
Es gibt eine Reihe von Schritten, die Entwickler gehen können um auf den richtigen Pfad zu gelangen. “Seid kreativ und schafft das beste Spiel, das ihr mit euren Mitteln umsetzen könnt” so Robinson. Sobald die Qualität vorhanden ist, beginnt die Self-Publishing Reise. Reviews und Rezensionen größerer iPhone oder iPad Seiten können große Userzahlen generien. Über kostenfreie Promotion-Codes und Pressemitteilungen kann eine App auf solchen Seiten als “Big Hit des Monats” beworben werden.
Weitere Marketingmaßnahmen sind Social Networks wie Twitter und Facebook, damit sich der Name schnell und viral verbreitet. Einführungspreisrabatte (und die Einhaltung des Preisanstiegs nach der vorgegebenen Zeit) kann auch den Verbraucher locken, der den maximalen Gegenwert für sein Geld haben möchte.
Gute Qualität, Entwicklung und Marketing sollte Hand in Hand gehen. Ein starkes Produkt aber schlechtes Publishing wird die beste App ins Nirvana des App Stores befördern. Ein schwaches Produkt und große Marketingmaßnahmen wirken temporär Wunder, auf lange Sicht werden die Zahlen aber Rückläufig sein und der Ruf der Entwickler leidet.
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